22 November 2016

Nepal - noch einmal durchatmen vor dem Trek

Nach einer gut 8 stündigen ruckeligen Busfahrt über den "Highway No. 1" von Dhukhiel über Kathmandu nach Pokhara sind wir in der Insel der Glückseligen gelandet. Pokhara fühlt sich an wie ein vollkommen anderes Land. Das liegt daran, dass es bis in die 70er Jahre hinein nur ein kleines Fischerdorf war und erst dann von Hippies und Bergsteigern als Touristenparadies erschlossen wurde.
Die Lage ist ideal. Tiefer als Kathmandu auf nur ca. 800m über dem Meeresspiegel ist es hier auch jetzt noch sommerlich warm. Direkt am Fuße von 2 Achttausendern gelegen ist es ein perfekter Ausgangspunkt für Himalayatreks aller Schwierigkeitsgrade und der schöne See sorgt für eine großartige Kulisse und sehr gute Thermik für Paraglider. Inzwischen ist Pokhara zur zweitgrößten Stadt Nepals angewachsen und für den gewogenen Touristen gibt es alles. Alles erdenkliche Outdoorequipment, Souvenirs und Western Style Restaurants und Organic Coffeeshops bis hin zu Wellnesstempeln. Alles einfach nur unfassbar idyllisch!!! Ohne Übertreibung.
Das alles ist natürlich nur die Ruhe vor dem Sturm. Morgen gehts los zum 6 Tage Trek und die Gruppe wird langsam nervös. Panikkäufe werden getätigt - Brache ich noch ein anderes Handtuch, ein Fleeceinlet für den Schlafsack vielleicht oder doch noch Micropur für das Trinkwasser? Die rationale Antwort lautet natürlich immer nein, aber bei dem Überangebot hier vergisst man das manchmal .
Namaste.




21 November 2016

Nepal - the Beginning

Seit 7 Tagen bin ich jetzt schon in Nepal. Facebook ist schuld, dass ich noch nichts geschrieben habe. Schnell ein paar Fotos hochladen, maximal noch einen Satz dazu schreiben und schon haben die Lieben zu Hause das erhoffte Lebenszeichen. Um dann noch lange Texte zu schreiben, fehlt dann doch die Motivation. Aber jetzt im Bus ist etwas Zeit. Auch seit dem ersten Entwurf dieses Posts sind schon wieder 2 Tage vergangen.

In den letzten Tagen habe ich also ausgiebig Kathmandu besichtigt. Die Altstadt rund um den Durbar Square, den Affentempel Swayambhunath, den großen und gerade frisch wieder aufgebauten buddhistischen Stupa Boudhanath, den bedeutenden Shiva Tempel Pashupatinath inklusive der angrenzenden Verbrennungsgaths und die inzwischen mit Kathmandu verwachsene Königsstadt Patan. Weiter ging es nach Bhaktapur, der letzten der drei Königsstadt im Kathmandutal und zuletzt stand gestern die erste längere Wanderung an nach Dhulikhel.

In den Altstädten aller drei Königsstädte findet man tolle alte Ziegelhäuser mit üppig verzierten Holzfenstern und -türen, typisch für die sogenannte Newar-Architektur. Die engen Gassen, die unzähligen kleinem Stupas und Tempel und die vielen Räucherstäbchen schaffen eine ganz eigene Atmosphäre. Natürlich ist Kathmandu noch einmal ganz speziell. Der Verkehr - die Mofas und Motorräder, die sich durch die kleinsten Gassen an den Fußgängern vorbei hupen, die teils bis oben hin überladenen Rikschas, Autos und Busse, alles kreucht und fleucht kreuz und quer über die nur teilweise geteerten oder gepflasterten Wege. Der Smog, der wohl vor allem in den trockenen Wintermonaten über der Stadt hängt. Das Touristenviertel Thamel mit seinen unzähligen Souvenir- und Outdoorshops. Kathmandu erinnert sehr an eine indische Stadt, nur irgendwie netter. Vielleicht ist man beim zweiten Mal aber auch einfach mental besser vorbereitet auf das was da auf einen einströmt. Auf jeden Fall empfinde ich Nepal deutlich entspannter und freundlicher.

Das liegt natürlich auch sehr an den Menschen, die ich als sehr viel traditioneller und freundlicher empfinde. Da berührt zum Beispiel die linke Hand immer noch den rechten Arm wenn Geld oder Schlüssel übergeben werden. Das habe ich in der Häufigkeit sonst nur noch in Myanmar gesehen. Da wird man beim vorbeigehen häufiger mit Namaste als mit Hello gegrüßt, inklusive gefalteter Hände und gesenktem Kopf und auch die Tourischlepper sind zurückhaltender als sonst in Asien.

Natürlich sieht man noch überall die Spuren des Erdbebens - Häuserruinen, die nur noch zur Hälfte stehen und denen quasi die Außenwand fehlt, Schutthaufen wo früher mal berühmten Tempel standen, Balken, die beschädigte Gebäude stützen und Baustellen. sehr viele Baustellen. Oft ist es schwer zu sagen, was ist die generelle Armut im Lande und was sind Folgen des Erdbebens. Aber Alles in Allem merkt man hoffentlich an meinen Beschreibungen, dass es immer noch sehr viel zu sehen und zu entdecken gibt und sich die Reise unbedingt lohnt.

In diesem Sinne
Namaste.




Nepal - The Facts

Der Jahresurlaub führt mich dieses Jahr nach Nepal. Völlig spontan und auch ohne individuelle Sperenzchen drum herum habe ich mich bei meinem Lieblingsanbieter Djoser bei der dreiwöchigen Trekkingreise eingebucht. Gut, das erweckt jetzt einem falschen Eindruck. Es sind eigentlich 1,5 Wochen Kultur, 1 Woche Trekking für Einsteiger und noch 0,5 Woche Natur mit Elefanten reiten und Nashörner gucken. Eine sehr gute Mischung wie ich finde.
8 Teilnehmer sind wir dieses Mal. 1 ehemalige Lehrerin, die schon vor 45 Jahren als Studentin zum ersten Mal in Nepal war und vor 3 Jahren das zweite Mal. Ein Pärchen - er Immobilienmakler und Top 10 in der deutschen AK55 Tennisrangliste (LK6), sie eine marathonerfahrene Buddhismusexpertin, zwei Freundinnen, von denen die eine Djoserveteranin ist und die andere sich das mal mit anschaut, eine alleinreisende Buchhalterin, die gerade ihren Job geschmissen hat und sich eine längere Auszeit nehmen will, eine Sparkassenangestellte, die im Anschluss auch noch eine Ayurveda-wellnesswoche dranhängt und ich. Altersstruktur: einmal über 60, 6 mal zwischen 40 und 60 und zweimal unter 40. Alles in allem ein nettes, interessantes und ausgewogenes Grüppchen. Dazu kommt noch der Reisebebleiter, auch in der 40-60 Gruppe, in seinem früheren Leben ITler, jetzt in einem Ashram in Portugal zu Hause und dazwischen mal in Nepal beheimatet.
Lustigerweise kommen 5 Leute aus der Ecke Karlsruhe, Landau, Mainz. Dazu Bottrop, Kassel und München. Die Sparkassenangestellte und die Djoserveteranin kannten sich außerdem schon von einer gemeinsamen Djoser Indienreise vor einigen Jahren. Sie blieben zwar lose in Kontakt, aber keine von beiden wusste von den Reiseplänen der anderen. Die Aussteigerin hat vorher schon die große Indientour gemacht und ist jetzt also auf ihrer zweiten Djoserreise hintereinander. Abgesehen vom Trek ist eigentlich alles Wiederholung  was für sie einerseits etwas langweilig sein muss und mich gelegentlich etwas nervt. Keiner von uns, natürlich abgesehen vom Reisebegleiter für den das ganze ein Spaziergang wird, hat große Erfahrung beim Wandern, nur eine macht ab und zu mal Wanderurlaub und wir alle sind dementsprechend gespannt was der Trek uns abverlangen wird.
Über die Gruppe kann ich mich auf jeden Fall nicht beschweren, schon gar nicht über meine Shoppingbegleitung mit der ich neulich in Kathmandu zum Thema "Winter ist coming - finde Deinen neuen Outdoorlook für einen kalten Winterabend in Nepal" die perfekte Jacke Mütze Kombi aus handgestrickter Yakwolle mit Fleecefutter geshoppt habe. Läuft also.
Namaste

05 Dezember 2015

26-30: Last Stop Salvador de Bahia

Am Mittwoch flog ich dann mit ein paar Tagen Verspätung doch noch nach Bahia. Kein Wandern, dafür aber ein bisschen Städtetourismus. Salvador zeigt sich nochmal als ganz anderes Brasilien. Samba ohne Ende. Jeden Abend wurde irgendwas auf den Straßen gefeiert, dia do Samba, fest der hl. Barbara und das mit grossen Bühnen und Livemusik. Insbesondere das Barbarafest war beeindruckend. Als ich um 10 h morgens durch die Altstadt wollte war schon kaum ein durchkommen. Alles voller Menschen in rot und weiß gekleidet und Samba. Als ich um 7h Abends zurück zum Hotel ging waren es noch mehr Menschen in rot weiß noch mehr Samba und Party ohne Ende. Als ich auf ein Abschiedsskol nochmal in die Stadt ging war um 10 h Abends immer noch kein Ende in Sicht. Wenn sie feiern, dann aber richtig.

Die Altstadt von Salvador ist wirklich wunderschön restauriert. Das hat mit dem modernen Salvador, den Wolkenkratzern und Favelas nicht viel zu tun, ist touristisch gesehen aber sehr angenehm. Für Sicherheit ist auch gesorgt. Überall in der Altstadt patrouilliert Polizei. Man kann sich dadurch allerdings vorstellen, dass das vor der Restaurierung in den 90ern ein ganz schön runter gekommenes und gefährliches Pflaster war.

Rund um Salvador ziehen sich kilometerlange Sandstrände. Auch die habe ich natürlich ausgekundschaftet. Die für mich erreichbaren waren sehr sehr schön, aber wenig spektakulär. Bahia hat da glaube ich besseres zu bieten, aber dafür war jetzt keine Zeit mehr.

Denn heute geht es zurück. Aktuell Sitze ich in Rio am Flughafen und warte auf den Weiterflug nach Amsterdam. Morgen, an Tag 30 der Reise werde ich dann wieder zu Hause ankommen, um einige Reales leichter, aber viele Erfahrungen und Eindrücke reicher.

Tchau tchau!

22-25: Rio de Janeiro

Den Abschluss der Djoser Rundreise bildet Rio. Siri hat die kurze Zeit die wir dort haben für uns verplant, damit wir keine Highlights verpassen und S. hat angeblich das perfekte Wetter bestellt. Jedenfalls hatten wir unfassbares Glück. Gleich nach Ankunft im Hotel machten wir uns wieder auf zum Zuckerhut und hatten eine wunderbare Sicht über die Buchten und die vielen Hügel Rios und natürlich auch auf den Christo. Später am Nachmittag wanderten wir noch ein wenig die Copacabana entlang bevor wir abends auf Empfehlung Siris im Rio Szenario Samba tanzen waren. Ein gelungener Tag durch und durch.

Am Nächsten morgen fuhren wir gleich zum Christo und erlebten dort absolut traumhaftes Postkartenwetter. Danach wanderten wir noch durch Santa Theresa, einen schönen alten Stadtteil, tranken Kaffee im Café de Colombo und  sahen ein paar große Bauwerke, wie zum Beispiel die sagenhaft hässliche Kathedrale in Centro und Lapa.

Leider konnte ich den Nachmittag nicht mehr sonderlich genießen, denn ich merkte schon, dass es mir nicht besonders gut ging. Zurück im Hotel wollte ich die Zeit bis zum Abschiedsessen nutzen, um ein wenig zu schlafen, aber kaum im Zimmer ging es los: Schüttelfrost, Schwächeanfall, Fieber bis zum Anschlag. Ich hatte schon seit Parati gehustet, aber das war neu. Keine Chance auf Abschiedsessen und leider war auch nicht daran zu denken am nächsten Morgen, um 6:30 Uhr  zum Flughafen zu fahren, um 3 Tage im Nationalpark zu wandern. Stattdessen verschrieben mir die mitreisenden Krankenschwestern Antibiotika, die Sie praktischerweise auch direkt in ihrer Reiseapotheke dabei hatten und ich änderte die Pläne. 3 weitere Nächte Rio. Da C. sowieso noch ein paar Tage vor Ort blieb habe ich mich direkt in der gleichen Pousada wie sie einquartiert, die sich auch als genauso gemütlich erwies wie die Bilder im Voraus versprachen. Ich verzichtete dann natürlich auch auf den Ausflug nach Ipanema am Sonntag, sondern blieb brav im Hotel und schaute Biathlon im Livestream. Ich blieb auch am Montag brav in der Pousada und schlug die Zeit auf diversen Sofas  in den Aufenthaltsräumen tot. Das fiel mir auch nicht besonders schwer, denn seit Sonntagnachmittag regnete es quasi ununterbrochen. Leider war die traumhafte Aussicht von der quasi voll verglasten Pousada auf Zuckerhut und Christo dadurch fast immer durch Wolken und Nebel versperrt. Erst am Dienstag wagte ich mich wieder vor die Tür. Wir wollten einen Ausflug zu den Favelas unternehmen und fuhren mit dem taxi zu einem Bahnhof von dem aus man mit der Seilbahn über die Favelas fahren kann. Dort angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass just 2 Tage vorher der Betrieb wegen Wartungsarbeiten eingestellt wurde. Also zurück, noch ein wenig durch Santa Theresa spaziert und das wars mit Rio. Am nächsten Morgen gings ab nach Salvador!

tchau.

Tag 19-21: Ilha Grande

Nun schon die Anreise zur Insel gestaltete sich interessant. Eigentlich nur eine kurze Fahrt, weshalb wir den ausnahmsweise sonnigen Morgen noch für ein paar Bilderbuchfotos in Parati, nutzen konnten. Dann ein wenig Bus fahren und dann umsteigen aufs Schnellboot. Leider waren wir sehr früh an der Ablegestelle, deshalb mussten wir dort fast 2 Stunden totschlagen. Zunächst waren wir dort die einzigen Passagiere, aber nach und nach trudelten immer weitere ein, unter anderem auch eine deutsche Reisegruppe von Papaya Tours. Aber das war uns ja egal. Wir hatten es uns in unseren Ecken gemütlich gemacht und vertrieben uns die Zeit. Bis dann der Moment der Abfahrt kam. Plötzlich waren wir die letzten in der Schlange zum Einsteigen und das Boot wurde vor uns immer voller und voller. Es kam wie es kommen musste: erst wollten sie uns nicht mehr drauf lassen, dann haben wir uns mit unserem Gepäck noch drauf gequetscht, dann sollten wir unter heftigen Diskussionen wieder von Bord gehen. Aber Mama Siri hat uns nicht im Stich gelassen und für uns wie eine Löwin gekämpft. Wir blieben auf dem Boot und kamen endlich auf der Insel an. Es ging wohl auch darum, ob das Boot überladen sei oder nicht und mindestens eine Reisende der Papayagruppe hat uns wohl schon sinken sehen, aber ehrlich, das war lächerlich.

Vor Ort habe ich an beiden Tagen Bootstouren gemacht. Tour 1 entpuppte sich als Schnorchelausflug, der allerdings überraschend gut war. Wir haben Delphine gesehen, eine Schildkröte und wirklich viele, auch ungewöhnliche Fische. Leider fing es auf der zweiten Hälfte der Tour an zu regnen und dann wurde es auf dem Schnellboot richtig kalt. Natürlich hatten wir dafür nicht das richtige zum Anziehen dabei und zu diesem Zeitpunkt war eh schon alles nass oder zumindest feucht. Tag 2 war dann eine Strandtour - einmal rund um die Insel zu den berühmten Stränden. Sehr sehr schön. Leider musste man an 2 der 4 Stopps an Land schwimmen, weshalb es von dort leider keine Fotos gibt. Aber zum Glück war an diesem Tag das Wetter wieder besser. Schöne kleine Anekdote am Rande: der Argentinier und der Brasilianer neben mir haben sich eine ganze Weile über alle Aspekte des brasilianischen und des argentinischen Fußballs unterhalten (und ich konnte sogar einigermaßen folgen), bis ihnen einfiel, dass da noch ein Deutscher mit an Bord ist. Im folgenden viel häufig die Floskel 7 zu 1, vor allem wenn ich nach einer bösen Welle wieder mal hart auf den Sitz geworfen wurde, und es wurde im Spass damit gedroht  mich über Bord zu werfen. Sehr nette Jungs waren das.  Souvenir der beiden Tage: Sonnenbrand an Rücken, Beinen und vor allem an den Geheimratsecken und ein verspannter Nacken.

Zum Abschied am Abend gabs dann genau wie zum Einstieg nochmal Dinner und Maracuja-Caipis am Strand. So lässt es sich aushalten.

Tchau!

Tag 16-18: Curitiba und Parati

Curitiba war insgesamt eher enttäuschend. Die Stadt gilt als eine der brasilianischen Städte mit der höchsten Lebensqualität aber in der Realität sieht man ziemlich viele Obdachlose auf der Straße schlafen. Besonders hübsch ist der Ort auch nicht, obwohl er als weltweit beispielhaft für die Städteplanung gilt. Aber obwohl die Stadtoberen ihre kolonialen wurzeln als schützenswert erkannt haben, wurde drum herum ganz schön viel gesündigt. Interessant sind die vielen Plätze, die Fußgängerzone und die Bushaltestellen. Klingt komisch, ist aber so. Curitiba hat nämlich eines der effizientesten Bussysteme der Welt. Das Video dazu ist auf meiner Kamera.

Der Programmpunkt, die spektakuläre Zugfahrt war aufgrund des nebligen Wetters ziemlich langweilig, wäre aber wohl auch bei besserem Wetter nicht besonders spektakulär gewesen und das Niemeyer Museum war nett, aber nicht überwältigend. Dafür war die Stimmung am Abend überragend. Vor allem am Freitag, da gab es Livemusik, Sambagruppen und Partypeople en masse und sehr leckeren Caipi in Einmachgläsern.

Gestern war wieder Reisetag. 12h Bus bis nach Parati. Ein sehr sehr sehr schönes koloniales Küstenstädtchen mit schönen Stränden in der Nähe. Leider lässt uns die letzten Tage das Wetter ziemlich im Stich. Gestern bei der Busfahrt war das egal aber heute hätte ein wenig blauer Himmel nicht geschadet. Wenigstens hat es mittags aufgehört zu regnen, damit wir wenigsten mal zu den Stränden konnten. Endlich Meer und Strand. Gar nicht mal so warm das Atlantikwasser, aber egal, da muss man durch.

Morgen gehts weiter nach ilha grande. Mehr Strand und Meer. Die Wettervorhersage ist allerdings nicht besonders gut, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Bom noite.

20 November 2015

Tag 11 - 15: Bonito & Iguaçu

Oi,

Leute, hört mal, es ist einfach zu wenig Zeit, aber ich erzähle Euch jetzt was wir die letzte Tage gemacht haben. Ungefähr so würde Siri Siri unsere fantastische Reisebegleiterin jetzt anfangen. Also, OK Leute, hört mich jetzt mal zu.

Wir haben in den letzten Tagen zwei Orte besucht, die für sich genommen nicht wirklich schön sind. Bonito ist ein netter kleiner Touristenort, mit pousadas, Restaurants und einer Einkaufsstraße, Foz ist ein größerer viel zu schnell gewachsener Ort im Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Aber beide Orte sind Ausgangspunkte für tolle Ausflüge.

In Bonito haben wir damit begonnen einen Wasserfallpark zu besichtigen. Eine kleine nette Wanderung durch den Wald, einige nette Wasserfälle. Das Beste war natürlich, dass man dort auch schwimmen und sich an einem Seil in die Tiefe stürzen konnte. Der schöne klare See, die Kraft des herabfallenden Wassers auf dem Rücken, das ist schon toll. Beeindruckender war allerdings die Besichtigung einer Tropfsteinhöhle danach, an deren Ende man mit einem tiefblauen See für den Abstieg belohnt wird. Hoffentlich sind die Fotos was geworden immerhin hat der Guide uns allen extra die Kameras entsprechend der Lichtverhältnisse eingestellt.

Highlight der Ausflüge in Bonito war allerdings die flutacao, ein Schnorchelausflug an einen unfassbar klaren Fluss. Man bekommt einen Neoprenanzug übergezogen und lässt sich dann 2 km gemütlich den Fluss hinuntertreiben. Man sollte sich möglichst wenig bewegen, um den Boden nicht unnötig aufzuwühlen und einfach die vielen Fische, das Spiel von Licht und Schatten und das klare Wasser genießen. Ein Traum und sicher unvergleichlich!

Und weil auf dieser Reise ein Highlight auf das andere folgt, warteten nach einer luxuriösen Nachtbusfahrt die spektakulären Wasserfälle von Iguaçu auf uns! Gleich nach dem Frühstück sind wir los auf die brasilianische Seite, obwohl es anfangs noch in Strömen geregnet hat. Zum Glück riss es später auf, sodass wir am späten Nachmittag sogar noch den Helikopterflug über die Wasserfälle machen konnten. Am zweiten Tag fuhren wir noch auf die argentinische Seite, um auch von dort die Wasserfälle zu erleben. Für die Jahreszeit eher untypisch führt der Fluss gerade sehr viel Wasser. Deshalb musste die Bootstour richtig rein in die Wasserfälle leider ausfallen, aber dafür war der Anblick natürlich besonders toll. Insgesamt war es einfach unglaublich, grandios und fantastisch! Immer wenn man denkt jetzt hatte man alles gesehen, geht man um eine Ecke und wird wieder umgehauen von den majestätischen Ausblicken, der Wucht des Wassers und allein der Menge des Wassers das dort in die Schlucht fällt. Die brasilianische Seite war toll. Man bekommt eine tolle Ausblicke auf die ganze Breite der Fälle zu sehen. Beeindruckend! Der Helikopterflug ist es wert, weil man sich sonst nicht vorstellen kann, wie dieser lange, träge, unglaublich breite Fluss urplötzlich in dieses Loch fällt und die argentinische Seite ist der Wahnsinn. Man läuft erstmal einen Kilometer(!) über Stege über den Fluss und plötzlich steht man genau am höchsten Punkt der Wasserfälle und schaut praktisch in den Grund. Später läuft man tiefere Wege und sehr plötzlich genau vor dem Ort, an dem das Wasser wieder auf den Stein prallt. Dazwischen immer wieder diese unvergleichlichen Ausblicke. Mitreisende die alles schon gesehen haben meinten kein Vergleich zu den Niagarafällen und sogar beeindruckender als die Victoriafälle! Ich kann nur ehrfürchtig sagen, es ist der Wahnsinn und keinen Moment langweilig.

Am Abend gingen wir dann noch Rodizio essen. Das ist sehr typisch für Brasilien. Man bekommt ein Buffet zur Selbstbedienung und Fleisch! Kellner kommen mit immer neuen Grillspiessen aus der Küche zu Dir an den Tisch und schneiden Dir, wenn Du das möchtest, ein Stück ab. Im richtigen Restaurant, dann eben nicht nur Schwein und Hühnchen, sondern auch das schön blutige Rinderfilet. Lecker! Ich konnte mich danach kaum zurück ins Hotel bewegen.

Heute ist ein Reisetag. Es geht nach Curitiba. Hasta pronto.

Tchau!

16 November 2015

Tag 10: auf dem Rücken der Pferde

Oi,

am letzten Tag im Pantanal nutzten wir den morgen, um noch schnell mal gepflegt aus zu reiten, .... oder zu traben, ... oder zu .... wie heißt die langsamste Gangart beim Pferd?

Ich durfte also zum ersten Mal ein Pferd besteigen und Boca Juve trug mich dann gemütlich durch die Landschaft.  Boca und die anderen Pferdchen sind wirklich unfassbar geduldig und folgen sofort, wobei ich natürlich nicht wirklich viel zu sagen hatte, denn der eigentliche chef unseres Zuges war natürlich unser Guide Pedro, der uns zwar das Gefühl gab, steuern zu können aber alles jederzeit mit einem Zungeschnalzen unter Kontrolle hatte.

Nach dem Mittagessen gings in unserem unfassbar komfortablen Luxusbus los in Richtung Bonito. Auf zu neuen Abenteuern. Es warten Schnorchelausflüge und blaue Grotten auf uns.

Boa noite.

14 November 2015

Tag 9: Piranhas füttern


Oi,

ein neuer Tag im Pantanal. Das Programm läuft hier in der Regel so ab: Frühstück, Exkursion,  Mittagessen, Abhängen in der Hängematte, Exkursion und Abendessen. So lässt es sich leben.

Heute Morgen nannte sich der erste Programmpunkt Piranhas angeln. In meinem Fall hätte er besser Piranhas füttern heißen sollen, denn mir haben die Fische nur die Köder von der Angel gefressen. Aber andere hatten mehr Glück. Für wieder andere  hätte der Programmpunkt auch Kaimane füttern  heißen können, denn statt die Piranhas zum Mittagessen nach Hause zu tragen, haben sie sich die Fische einfach von der Angel fressen lassen. Bis zu 5 kleinere und größere Exemplare beobachteten uns aufmerksam, nur um dann im richtigen Moment zu zu schnappen. Kaimane Kai trägt deshalb jetzt ein modisches Unterkieferpiercing mit sich herum.

Netterweise hat mich die Gruppen dann an Ihren Angelerfolgen teilhaben lassen. Piranha ist ein sehr milder Fisch, lecker, aber außer Gräten ist echt nicht viel dran. Die ganze Mühe lohnt sich eher nicht so.

Abends war dann Safari. Viel haben wir leider nicht gesehen, aber ein Nandu ist vor uns weggelaufen, das war aufregend und als unser Guide später auf einer Brücke den Scheinwerfer ausgepackt hat sah man an einem Seeufer dutzende rote Augen. Hier sammeln sich nachts die Kaimane zum jagen. Ansonsten war die Ausbeute leider ernüchternd aber macht ja nix.

Boa noite.

Tag 7 & 8: Feuchtgebiete

Oi,

nach 1,5 Stunden Flug, 4 Stunden Bus und 1Stunde Jeepfahrt sind wir in unserer wunderbaren Lodge angekommen. Leider ist der Sumpf gerade gar nicht so feucht, sondern die Landschaft ein wenig zu trocken, aber ein paar Tiere konnten wir trotzdem schon sehen, Brüllaffen, wasserschweine, Aras, Tucane usw. Aber wir sind noch ne Weile hier, also gibt es noch Chancen auf mehr.

Zu Häufig gibt es allerdings andere Tierchen. Mosquitos zum Beispiel, die in Horden und uns herfallen und anderes Kleinviechzeugs, das ich jeden Abend durchs Zimmer jage.

Feucht ist allerdings die Luft. Feucht und sehr sehr heiß. Ich habe heute sogar freiwillig kalt geduscht! Aber noch kann ich das sehr gut ab.

Morgen gehts früh raus, Piranhas fischen, deshalb sollte ich auch langsam schlafen gehen.

Boa noite!

12 November 2015

Tag 5 & 6: Neue Bekanntschaften

Oi,

Der Abstecher nach São João del Rei hat sich definitiv gelohnt. So schön diese UNESCO geschützten Touristenstädtchen  auch sind, die echte Welt ist hält doch was anderes. Man merkt der Stadt ein, dass sie trotz der schönen kolonialen Häuserzeilen vom Tourismus ziemlich links liegen gelassen wird, statt leeren Souvenirgeschäften findet man dort eben belebte Alltagsläden in der Altstadt. Außerdem ist es eine Universitätsstadt und auch das macht sich in der Atmosphäre bemerkbar.

Trotzdem habe aber natürlich auch ich den obligatorischen Abstecher in die touristische Nachbarstadt Tiradentes gemacht. Sehr hübsch, aber aus oben genannten Gründen eben anders. Witzigerweise lief mir dort als ich gerade aus dem Bus gestiegen war ein bekanntes Gesicht über den Weg. Wir waren in der Nacht zuvor im selben Bus angekommen und haben gemeinsam gerätselt wie wie in unsere jeweiligen Hotels kommen. Paul und ich haben Tiradentes dann gemeinsam besichtigt und uns auch am abend in São João zum essen getroffen. Übrigens hat eines der interessanteren Museen in Tira natürlich dienstags zu. Das weiß keiner, auch keine Touristeninformation, aber wir haben es herausgefunden.

Später am Busbahnhof, als ich mir gerade ein gemütliches Plätzchen suchen wollte, um auf den Nachtbus nach São Paulo zu warten, saß da Marcella. Mit ihr bin ich in Ouro Preto angekommen und auch wir beide haben gemeinsam die Karte studiert und den Weg in unsere Hotels gesucht. Paul, Marcella und ich haben uns dann gemeinsam die Wartezeit verkürzt bis dann mein Bus kam und ich lebwohl sagen musste.

Aber heute habe ich ja neue Freunde gefundenen. 11 an der Zahl und meine Reisegruppe für die nächsten Tage. Dummerweise habe wir uns morgens verpasst, aber zum Abendessen hats dann geklappt. São Paulo habe ich dann in der Zwischenzeit doch alleine besichtigt und ich muss sagen, ich kann verstehen, dass die stadt einerseits als hässliches Monstrum beschrieben wird, andererseits aber auch als spannende Kultur- und Gastronomiehauptstadt, Schmelztiegel und Stadt voller Gegensätze. Ich fand das kleine bisschen, dass ich sehen konnte sehr faszinierend. Aber natürlich hat's für den Blick über die Stadt nicht mehr gereicht. Als ich am früher mal höchsten hochhaus außerhalb der USA ankam, war die Öffnungszeit natürlich um 10 Minuten vorbei.

Morgen gehts weiter ins Pantanal. Also sollte ich jetzt echt schlafen gehen.

Boa noite.

10 November 2015

Tag 4: zu spät

Oi,

Es ist zu spät geworden, um über meinen Tag zu philosophieren. In aller Kürze: ich habe schlendernd verbracht, bin mehrmals die Straßen von Ouro Preto entlang spaziert, habe gefühlt zwei dutzend mal die gleiche Panorama Aussicht fotografiert und sonst nix. Zwischendurch habe ich einen kleinen Regenschauer fur eine fantastische Cappuchinopause genützt. Man sieht, wenn das das Highlight ist, dann kann nicht viel passiert sein.

Erkenntnisse des Tages:
- completely lost in  translation, aber irgendwie klappts trotzdem.
- die minieros machen interessante Käsebrötchen. Eine Spezialität in Minas gerais.
- montags haben Kirchen und Museen geschlossen.

Später habe ich mich dann in den Bus nach São João del Rei gesetzt, wo ich jetzt mit über einer Stunde Verspätung auch endlich angekommen bin. Morgen gehts nach Tiradentes.

Boa noite

08 November 2015

Tag 3: Minas Gereis

Oi, 

Es ist Sonntag. Das ist wichtig für die Geschichte. Nach den erhofften 10h Schlaf stellte sich heute nämlich die Frage: was mache ich an meinem ersten richtigen Tag in Brasilien? Zum Einstand wäre mir eher nach gemütlichem Stadtspaziergang gewesen, aber es gibt diesen historischen Touristenzug in die Nachbarstadt und der fährt nur Fr-So. Und in der Nachbarstadt lockt angeblich einer der schönsten historischen Plätze in Minas Gereis und zwischen den beiden Städten eine zu besichtigende Goldmine.... Also man sieht, genügend Argumente, um gleich heute am Sonntag in die Besichtigungstour zu starten. 

Der Bus zur Mine war schnell gefunden und die Mine auch. In der Mine waren nur eine handvoll andere Besucher und natürlich sprachen die guias nur portugues. Erstaunlicherweise glaube ich sogar das meißte verstanden zu haben. Viel wars allerdings auch nicht, was es zu erzählen gab. Kein Vergleich mit der Silbermine in Potosí. 

Also weiter nach Mariana. Auch das ging relativ glatt, nur dass ich die Haltestelle zum Aussteigen verpasst habe und den Bus noch ein wenig auf dem Rückweg begleitet habe. Der Ort selber soll sich sehr auf den Tourismus eingestellt haben. Die vielen kleinen Ladenschilder deuten das auch an, leider war fast alles dicht. Nun, ich weiß es ist Sonntag, aber ich dachte an einem touristischen Ort wie Mariana..... Egal. Der Platz und die Kirchen waren ja da zum besichtigen...aber dergelungenste Platz in Minas Gereis?? Da hat der Lonely aber übertrieben. Als ab auf den Heimweg. Am Bahnhof versuchen Leute mir in vielen Worten zu erklären warum der Zug heute nicht fährt. Außer nao habe ich kein Wort verstanden aber die 40 reais für den Zug habe ich IR gespart. Also zur Bushaltestelle. Leider habe ich erst nach einer Stunde warten heraus gefunden, dass die Busse auf der Rückfahrt einen anderen Weg fahren und die richtige Haltestelle demnach eine Ecke weiter ist.....hätte mir ja mal einer sagen können. Gut, man hat es glaube ich versucht, ich habe es nur nicht verstanden....

Zurück in Ouro war auch nicht besonders viel los. Aber das foto ist noch entstanden und der Tag war ja auch aufregend genug für den Einstand.

Bis noite

07 November 2015

Tag 2: Anreise und Ankunft

Oi!

Diese Anreise war echt lang....und langweilig.

Allerdings zum Glück auch absolut reibungslos. Der kritischste Moment war der, als in München die Air France Maschine Verspätung hatte. Bei nur einer Stunde Transitzeit und einem mir nur rudimentär bekannten Großflughafen mit potentiell weiten Wegen als Zwischenstopp fängt man da schnell an nervös zu werden. Aber der Flieger hat die Viertelstunde unterwegs wieder rein geholt und sowohl ich als auch mein Gepäck habe den Anschluss geschafft.

Andererseits ist es dann ja auch so, dass wenn man explizit mögliche Verspätungen einplant, alles pünktlich und super schnell geht. Den Weiterflug nach Belo Horizonte habe ich, vermutlich weil's billiger war, extra gebucht und da es nur eine sehr knappe und eine sehr komfortable Variante gab, habe ich mich für letztere entschieden. Auch weil ich dachte, dass man an einem Flughafen wie São Paulo doch schnell die Zeit rumbringt.  Aber dann war der Flieger über pünktlich, die Einreise super effizient, das Gepäck schnell abgeholt und noch schneller wieder eingecheckt und dann stand ich da und musste an einem wirklich stink langweiligen Flughafen 3h totschlagen ... Wenigstens gabs Internet.

In Belo hatte ich dann endlich das Gefühl anzukommen. Ich habe das Flughafengebäude verlassen und schnell meine Busse gefunden. Nur in ouro dann mal eben nach dem Weg fragen war schwierig. So musste ich völlig übermündet ein paar spanisch Brocken ausgraben, um ins hostel zu finden und wurde hier von der Dame auf portugiesisch zugetextet. Aber jetzt liege ich hier und schreibe. Und gleich werde ich das Licht ausmachen und hoffentlich 10 h durchschlafen.

Tchau und boa noite

06 November 2015

Es geht wieder los

Oi,

Das diesjährige Reiseziel heißt

Brasilien

und ungefähr so sieht die Route aus.

Und weil immer alle sagen, wo ich hingehe ist Katastrophe: die Schlammlawine von heute Morgen war ungefähr 60 km nördlich vom ersten Reiseziel Ouro Preto

Tchau!

14 März 2015

Woche 7: Frust

als logische Konsequenz der Stagnation.

Dabei ist das alles absolut erklärbar. Ich habe ständig das Instrument in der Hand und klimpere damit herum, beschäftige mich also seit einer gefühlten Ewigkeit mit den gleichen Akkorden und Liedern. Nur besser wird es nicht. Der Grund ist natürlich, dass das unkonzentrierte Herumklimpern nicht das Gleiche ist wie vernünftiges Üben. Wenn ich in der gleichen Zeit sehr viel weniger gespielt und dafür nur ein paar mal konzentriert Geübt hätte, wäre der Frustfaktor vermutlich deutlich geringer und das Resultat vermutlich das Gleiche. Justin hat es gleich gesagt, ich hab nur nicht darauf gehört.

Sorry Coach!

Dazu kommt, dass im nächsten Kapitel alles quasi explodiert. Auf einmal kommen Powercords dazu und sus2 und sus7 Akkorde. Außerdem drei Varianten, um das böse F-Dur zu spielen und Tonleitern und seltsame Blues Patterns und ..... will sagen, kompliziert wirds auch noch.

Will sagen, ich befinde mich in einer schwierigen Phase, die massiv mein Durchhaltevermögen auf die Probe stellt.

Dran bleiben!



05 März 2015

Woche 6: Stagnation

Die Zeiträume zwischen den Posts werden wieder länger. Eine beunruhigende Entwicklung. Der Grund dafür ist psychologisch auch nicht besonders schwer zu deuten: das schlechte Gewissen oder die Unzufriedenheit mit mir selbst. Ich habe einfach in der letzten Zeit nicht mehr wirklich konzentriert geübt. Klar habe ich jeden Tag mal die Gitarre in die Hand genommen, aber dann habe ich eben nur neben dem Fernsehen ein paar Strophen einiger Lieder aus dem Übungsbuch angespielt und nicht mühsam Akkorde gepaukt. Sicher ist das besser als nichts, aber wie Justin sagt, üben heißt eben nicht immer nur die Lieblingslieder zu spielen, sondern konzentriert seine Übungen zu machen.

Das muss wieder besser werden.

Es ist in letzter Zeit aber auch wieder ein Zeit Problem geworden. Die Letzte Woche in Stichworten:
Freitag - Allianz Arena, Samstag - Geburtstagsfeier bei Freunden, Sonntag - Langer Lauf als Halbmarathonvorbereitung, Montag - Tennis, Dienstag - Laufen, Mittwoch - Tennis, Donnerstag (heute) - Lauftreff. Dazu noch relativ lange arbeiten, Telefonanschluss wechseln, Papierkram erledigen, Hausmann sein und ach ja, essen.... zu mehr als den besagten paar Strophen war da einfach weder Zeit noch Energie übrig. Mein Festplattenrekorder läuft auch schon wieder voll.

Wie ich neulich schon Bee auf Twitter schrieb: ich glaube ich wurde von Außerirdischen entführt und durch einen Doppelgänger ersetzt und keiner hats gemerkt. Wo ist die Couchpotato von früher geblieben? Der wäre nie der Festplattenspeicher voll gelaufen.

Darüber muss ich nachdenken.

Guats Nächtle.

24 Februar 2015

Woche 5: Langsam aber stetig.

Das blöde an so einem wöchentlichen Rhythmus ist, dass man das Posten viel leichter verbummeln kann. Andererseits, habe ich nie versprochen immer montags zu bloggen, also bin ich eigentlich noch voll in der Zeit.

Nun, der Titel des Posts lässt es erahnen, es ist auch diese Woche nicht so viel passiert, aber ich spiele nach wie vor jeden Tag. Ich habe ein wenig in die nächsten Kapitel rein gelesen, das schreckliche F-Dur steht an, aber auch das ist an sich für sich kein Problem, "Luftwechsel" sollen geübt werden, damit meint Justin, dass die Finger in der Luft in Position gehen und dann alle gleichzeitig gesetzt werden. Das ist irgendwie kompliziert, weil man zu viel darüber nachdenkt, aber sicher sehr nützlich. Rhythmisch stehen Triolen auf dem Plan. Dabei besteht im Viervierteltakt jedes Viertel aus drei Schlägen, statt aus zwei. Man zählt Ein-er-lei Zwei-er-lei.... statt Eins-und-Zwei-und..... Anscheinend ist das eine wichtige Schlagart für Bluesgitarristen. Nun bin ich mit den amerikanischen Bluesklassikern nicht so vertraut, also hat mich die Playlist in Stufe 6 noch nicht so sehr fasziniert, aber die ersten Versuche sind trotzdem ganz spannend.

Mehr Spass als die trockenen Übungen macht natürlich das Spielen. Das schöne dabei ist, dass das viele Wiederholen doch Früchte trägt. Es geht viel flüssiger und die Akkorde kommen immer mehr wie von selbst. So muss das sein. Wenn man nicht mehr bei jedem Griffwechsel auf das Griffbrett schauen muss hat man auch viel mehr Zeit, um den Text oder den nächsten Akkord zu lesen.

Die neuen Lieder der Woche waren "Mrs. Robinson" natürlich von Simon & Garfunkel und "Little Lion Man" von Mumford and Sons. Vor letzterem hatte ich etwas Angst, weil es sehr schnell geschlagen werden muss, aber es klingt erstaunlich gut und macht richtig Spass. In der Sidebar habe ich übrigens eine Liederliste erstellt, dort werden die Lieder ergänzt, an denen ich gerade "arbeite".

Guats Nächtle

16 Februar 2015

Tag 24-28 oder auch Woche 4

Ich habe mich für eine Änderung des Postingrhythmuses entschieden. Zum einen, weil es ziemlich anstrengend war, sich nachts noch dazu zu motivieren das Notebook anzuschalten und was zu schreiben. Zum anderen, weil ich ganz massiv das Gefühl hatte mich zu wiederholen, denn jeder Tag der letzten war ziemlich genau gleich. Viel unterwegs gewesen, müde nach Hause gekommen und dann unmotiviert ein bisschen im Liederbuch geblättert und ein paar Durchgänge gespielt. Jeden Tag, außer Samstag, weil ich am Wochenende in der Heimat war.

Ein paar Sachen gibt es zu berichten: Ich habe mich an "How Bizarre" von OMC und "Hey Ya! von Outcast versucht. Beides keine klassischen Gitarrenstücke, aber es klingt doch erstaunlich richtig. Vor allem haben diese beiden Lieder einen etwas anderen Schlagrhythmus und das macht das spielen interessanter. Die alten Stücke klappen mal so mal so. Je nach Lust, Laune und vor allem Konzentration. Ich sollte vor allem versuchen, Text und Akkorde auswendig zu lernen. Das schwierig ist nämlich das Multitasking - während ich versuche den Text zu lesen und mich vielleicht sogar an die Melodie erinnere muss ich schon wissen, welche Akkord gleich als nächstes kommen wird, um mich auf das umgreifen vorzubereiten. Und bei all dem sollte die Schlaghand im Takt bleiben undnur die relevanten Bassseiten spielen und die Greifhand sollte möglichst ohne hinzugucken die richtigen Saiten sauber drücken.Vielleicht würde auswendig lernen hier ein wenig Komplexität rausnehmen.

Ansonsten hänge ich immer noch in Kapitel vier fest. Ich habe mal ein wenig in Kapitel fünf geblättert und festgestellt, dass da nur recht wenige interessante Lieder auf mich warten. Es gibt auch nur drei neue Akkorde A7, D7 und E7, die vor allem durch weglassen funktionieren. Wenn ich das richtig sehe, geht es im fünften Kapitel wieder viel um Rhythmus. Zeit mich darauf einzulassen hatte ich allerdings noch nicht.

Soweit so gut. Die Zusammenfassung von Woche fünf folgt dann .... nächste Woche

Guats Nächtle.