19 Oktober 2012

Reisevorbereitungen - Phase 2: Visum

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Ich bin etwas in Verzug geraten und die Vorbereitungen sind schon weit über Phase 2 hinaus fortgeschritten. Aber ich will zur Vollständigkeit doch kurz auf eben jene Phase zurückblicken.

Ehrlich gesagt hatte ich, nachdem die Entscheidung so kurzfristig fiel mir keine Gedanken über dieses Thema gemacht. Der Reisepass ist noch sehr lange gültig und eigentlich rechnete ich mit einem Visum on arrival wie es es ja in den meisten Ländern gibt.

Aber nicht für Indien.

Zum Glück schickte der Reiseveranstalter mit der Buchungsbestätigung ein Merkblatt in dem der Visaantrag erwähnt wurde. Auch hier hätte ich aber den entsprechenden Absatz fast überlesen. Aber nur fast. Ich ging also noch am selben Abend online und suchte die Webseite der Botschaft auf. Normalerweise immer der beste Anlaufort für aktuellste Regelungen und Formulare oder Links.

Aber nicht für Indien.

Indien hat nämlich mehrere Konsulate und je nachdem wo man wohnhaft ist, kümmert sich das betreffende Konsulat um einen. Für Visa-Services sind aber auch weder die Botschaft noch die Konsulate zuständig, weil diese Dienstleistung outgesourced wurde. Richtig gelesen, die Inder haben also Ihre Leistungen an Fremdfirmen vergeben. Ich dachte ja immer das wir Wessis unsere Serviceleistungen nach Indien oursourcen, aber anscheinend dreht sich das jetzt schon. So weit ist es gekommen. Ich ging also auf die Webseite der Firma an die das für mich zuständige Konsulat die Visa-Services outgesourced hat, in der Hoffnung, dass ein auf diese Weise beauftragtes privates Unternehmen unbürokratisch, serviceorientiert und klar strukturiert sein müsste.

Aber nicht dieses für Indien tätige Unternehmen.

Es steht zwar überall geschrieben, dass man ein Online-Formular auszufüllen hätte, aber nirgends findet sich der direkte Link zu jenem Formular. Stattdessen findet man ein Formular mit einer Ausfüllhilfe, die ungefähr so hilfreich war wie jedes Wörterbuch. Klarheit schuf sie jedenfalls nicht. Nach dem Ausfüllen des Formulars, wenn man es dann mal gefunden hatte, muss man noch die Bestätigungen mehrmals drucken und unterschreiben, den Auftrag an die zuständige Firma drucken und unterschreiben und Pass und Fotos entweder zum Schalter bringen oder einschicken. Zum Glück findet sich ein Büro von "Cox and Kings"  (laut ausgesprochen ein irgendwie doch recht gewagter Name) -Schalter in München.

Das Visum kann man zu amtsüblichen Öffnungszeiten vormittags von 8:30 bis 14:00 abholen (immerhin keine Mittagspause). Vor Ort muss man wie am Amt erstmal ein Nümmerchen ziehen. Nachdem die Nummer aufgerufen wurde, stempelt die Dame am Schalter die Formulare ab und möchte die Passbilder (2) haben. Selbstverständlich habe ich die üblichen biometrischen Passfotos zu Hand, die sollten ja wohl reichen.

Aber nicht für Indien.

Die Passfotos müssen nicht nur biometrisch sondern auch noch groß genug sein. Deutlich größer jedenfalls als deutsche Passfotos. Die Dame schickt mich also erstmal zu Fotoautomat, der praktischerweise schon im Amtszimmer steht, äääh Büro, hatte vergessen, dass wir uns ja in der Privatwirtschaft befinden. Nachdem die Passbilder nun die passende Größe haben, knöpft mir die Dame von vorher die Gebühr ab. Jetzt weiß ich wieder, dass wir in der Privatwirtschaft sind, weil die Gebühr nochmal extra hoch ausfällt. Fertig machen kann die Dame das dort allerdings noch nicht. Das dauert etwa drei Werktage.

Nun gut, wenigstens war nicht viel los und der Rest lief dann auch sehr optimal. Online kann man unter der passenden Webadresse den Status einsehen, das Visum wurde schnell erteilt und ich konnte bei nächster Gelegenheit zu den Visaabholzeiten (16:30 - 17:30 Uhr) meinen Pass wieder abholen.

Ein positiver Nebeneffekt des ganzen: Das Büro befindet sich um die Ecke eines meiner erst in diesem Sommer neu entdeckten Lieblingsplätze, dem St. Anna Platz und eine Ecke weiter befindet sich eine kleine französische Bäckerei, an der ich natürlich beide Male einen kurzen Zwischenstopp einlegen musste.

Will also sagen, ich werde wohl höchstwahrscheinlich einreisen dürfen.

Weitere Phasen folgen.

Namaste.


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