09 August 2009

Lustlos

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ich bin in letzter Zeit nicht so richtig in Stimmung zum bloggen. Dabei gäb's durchaus Dinge zum Erzählen. Ich hab nur schlicht keine Lust sie in Worte zu fassen.

Nun gut. Aller Anfang ist schwer und wenn das Blatt, oder das Tippfeld, nicht mehr ganz leer ist, wird's gleich einfacher.

Für's erste fange ich mal an mit dem Lesestoff, mit dem ich mich gerade so beschäftige. Ich habe nämlich beschlossen, dass es Zeit wird, mich auf Westafrika einzustimmen. In den letzten Jahren hat es sich als durchaus interessant und zweckmäßig erwiesen, dabei mit der Lektüre von Romanen ortsansässiger und einheimischer Autoren zu beginnen. Die Stoffe sollten dann natürlich praktischer Weise auch vor Ort spielen und am Besten das Leben der Bevölkerung oder zumindest eines Teils davon wiedergeben.

Im Falle von Mali ist das gar nicht so einfach. Ich habe nur einen malinesischen Autor gefunden, der in Frage kommt und dessen Bücher sind leider alle vergriffen. Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich französisch könnte, denn schließlich ist das die Sprache in der die westafrikanische Literaturszene ihre Texte verfasst, aber diese Möglichkeit entfällt.

Ich suche also Bücher von Amadou Hampate Ba, dessen autobiographische Romane "Jäger des Wortes" und "Oui, mon commandant!" und der Roman "Das seltsame Leben des Wangrin" wohl zu den Klassikern der westafrikanischen Literatur. Leider sind sie in der dt. Ausgabe allesamt vergriffen. Bevor ich mir also bald bei Amazon eine aussortierte Bibliotheksausgabe zulege, klappere ich noch alle Buchläden und Antiquariate Münchens ab, an denen ich zufällig vorbei komme, in der Hoffenung vielleicht dort noch ein vorrätiges Exemplar zu finden. Eigentlich doof. Aber ich hatte bislang noch nie einen Grund Antiquariate aufzusuchen und find mich irgendwie toll dabei.

In der Zwischenzeit habe ich in einem der vielen Buchläden, nämlich in dem am Gasteig, ein anderes Buch gefunden, oder vielleicht besser Heft, denn es hat gerade Mal 132 Seiten. Ich lief zielstrebig zu den Romanen und unter B fand sich tatsächlich ein afrikanisches Buch, allerdings verfasst von einer Autoren namens Mariama Ba, mit dem schönen Titel "Ein so langer Brief". Der Klappentext und die sonstigen Infos im Buch gaben leider nicht viel über diese Frau Ba preis, aber ich dachte mir, obwohl sie aus dem Senegals stammt, könnte sie ja trotzdem eine Tochter oder Nichte oder vielleicht Frau von Amadou sein. Jedenfalls kaufte ich das Büchchen, setzte mich damit gleich gegenüber an die Isar und begann zu lesen. Ein sehr sehr schönes Buch, möchte ich sagen. Die Heldin schreibt nach dem Tod ihres Mannes Briefe an ihre Freundin, in denen Sie ihr Leben, ihre Ehe, ihre Familie, ihre Ansichten beschreibt. Im Mittelpunkt steht dabei die Situation der Frau in einer von traditionen geprägten Gesellschaft in der Polygamie an der Tagesordnung ist. Sehr bewegend, wenn Sie beschreibt, wie sie vom Bruder und dem besten Freund ihres Ehemannes und dem Iman der Gemeinde erfährt, dass ihr geliebter Mann gerade eine andere zu seiner Zweitfrau gemacht hat ohne ihr was davon zu sagen oder sich um sie und ihre 12 Kinder zu scheren. Wie gesagt, schönes, empfehlenswertes Buch, wenn auch gegen Ende ein wenig feminismusüberfrachtet. Aber gerade für die Schnellleser unter Euch, wäre das Heftchen ja eh nur ein Fast Food Snack zwischen zwei Wälzern.

Mariama Ba scheint übrigens nicht mit Amadou verwandt zu sein. Zumindest habe ich darüber keine Infos gefunden. Allerdings gehören beide dem Volk der Fulbe an und vielleicht ist Ba unter denen ja ein so verbreiteter Name wie bei uns Müller oder Schmidt.

Ein weiteres Buch, dass ich mir demnächst zulegen will ist ein Reiseführer für Mali. Allerdings habe ich meiner Chefin versprochen selbigen bei ihrem Lieblingsbuchladen, dem gerade erst vor der Insolvenz geretteten Buchladen Geobuch in der Nähe vom Viktualienmarkt zu kaufen. Wegen der Beinaheinsolvenz haben die allerdings gerade noch wenig Ware vorrätig. Also muss ich mich diesbezüglich auch noch etwas gedulden.

So. Habe ich mal wieder was verfasst. Ich finde für einen so seltsamen Sonntagnachmittag war das ein ganz ordentlicher Output. Mal schauen, was ich mit dem Rest davon noch so anstellen kann.

Tschüssle

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