03 Mai 2011

Fortsetzung

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wegen Arbeit und Urlaub und akkuter Unlust konnte ich leider die Besprechung der ESC-Beiträge eine Weile lang nicht fortführen. Obwohl der Knock Out inzwischen natürlich schon viel viel weiter ist, will ich trotzdem mit den bewährten dreier Grüppchen weiter machen und heute einen Blick auf Heat 10 und 11 und die Beiträge aus Island, Aserbaidschan und Slovenien, sowie Zypern, Portugal und Frankreich werfen.

Island: traurige Hintergrundgeschichte zu dem Lied: der eigentliche Sänger verunglückte kurz vor dem nationalen Finale tödlich. Eine Gruppe von Freunden fand sich darauf hin zusammen und trat ihm zu Ehren beim Vorentscheid an. Überraschend gewannen sie dann auch das Ticket. Das Lied ist ein süßer kleiner Old-School Radio-Pop-Song. Sehr hübsch, gemütlich, ein Wohlfühlsong mit netten Harmonien, Bläsern und Gitarren, sehr unplugged und sympathisch. Vermutlich zu nett, um ohne die Geschichte eine Chance zu haben.

Aserbaidschan schickt das extra zusammengestellte Pop-Duo Ell und Niki nach Düsseldorf. Das Lied ist modern und eingängig. Die Gesichter sind hübscher als die der beiden Dänen letztes Jahr und das Lied besser. Wenn Sie jetzt noch die nicht ganz einfachen Harmonien treffen und das ganze nicht so Überinszenieren wie die Dänen letztes Jahr (ich sage nur Windmaschine!), dann wird das was.

Für Slowenien tritt eine hübsche junge Sängerin an, die sich an einer dramatischen Ballade versucht. Stimme und aussehen passen. Das Lied ist mit seiner klassisch anmutenden Instrumentalisierung (Klavier und Orchester haben was von Klassik meets Pop) nicht ganz mein Fall. Außerdem ist das ganze wieder so ein Genre Mix, es fängt an wie eine Aguilera Ballada alla Hurts, dann kommen ein paar orientalische Zupfer ins Spiel, eine kurzer Einsatz der E-Gitarre, bevor dann das erwähnte Orchester einsetzt. Ich bin gespannt. Würde mich im Finale jedenfalls nicht überraschen, bei einem Ausscheiden im Halbfinale wäre ich aber auch nicht traurig.

Ich hätte Aserbaidschan in die nächste Runde gewählt. Tatsächlich geschafft hat es aber die Slowenin.

Nun zum nächsten Heat und Zypern. Eine folkloristische Ballade von einem jungen Sänger, der zuvor zu Hause eine Casting Show gewonnen hat. In der zweiten Hälfte wird das ganze etwas rockiger. Ich höre das Lied insgesamt bestimmt schon zum 10ten Mal und das eingängigste daran ist der Meerblick zu Beginn des Videos. Strand, Wellen und Sonnenuntergang und dazu ein paar griechisch-zypriotische Gitarren. Leider wird der Sänger bei der Show davon nicht profitieren können.

Die Portugiesen sind komisch. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Truppe ein bekanntes Kabarettistensemble. Der Song hat auch was von nem Protestsong, gesungen von den Village-People mit Demo-Plakaten. Ohne weitere Worte.

Der Franzose ist inzwischen einer der Wettfavoriten. Ein klassischer Tenor mit einem auf korsisch gesungenem Bolero, der durchaus was hat. Anfangs dachte ich ja, das Projekt wäre von vorne herein dem Untergang geweiht. Klassik und ESC geht nicht zusammen. Aber bei den aktuellen Wettquoten beginne ich an seine Chancen zu glauben. Das Lied hat sicher was ganz großes und kann unter dem ganzen Einheitsbrei sicher ganz groß zum Strahlen kommen, sofern der hübsche Junge Mann das nötige Charisma auf die Bühne bringt. Ich denke ich traue ihm das zu.

Selbstredend hat Frankreich auch sein Heat gewonnen.

Dusikowski.

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