21 März 2010

Tag 11: Hoehen und Tiefen

Reaktionen: 
Der elfte Tag startete sehr frueh ziemlich tief. Da die Leute vom Hotel in Hama die Moeglichkeit, mit dem Nachtbus nach Amman zu fahren sehr vielversrechend verkauften, entschlossen wir uns den Service in Anspruch zu nehmen und uns den Bus reservieren zu lassen. Wir dachten, der Bus fuehre um halb 12, jemand vom Hotel wuerde uns zum Bahnhof fahren und es wuerde sich um einen guten internationalen Bus handeln.

Nun ja, um halb 12 bequemte sich dann auch tatsaechlich jemand, auf mehrmaliges Nachfragen hin, uns zum Terminal zu fahren, denn der Bus fuehre ja erst um 12h oder halb 1h oder so. Wir landeten im Minibuero einer kleinen Reisegesellschaft am Terminal. Dort wurden wir dann vom Personal zugequalmt, aber immerhin war es warm, und ein alter Mann, mit 14 Kindern und 32 Enkelkindern schenkte uns ununterbrochen Tee nach (wir hatten schon Angst, wir wuerden die Fahrt nicht ueberstehen). Als der Bus dann tatsaechlich irgenwann kam, so gegen 12:45h, stellte sich heraus, dass es kein huebscher Turistenbus war, sondern ein ziemlich normaler Reisebus, von Beinfreiheit keine Spur, Heizung volle Pulle aufgedreht, die reisende Arbeiterschicht verqualmte die Luft und unterhielt sich lautstark, der Platz gegenueber dem Ausgang war eher suboptimal, da bei jedem der vielen Zwischenstopps die Luft schlagartig um zweistellige Gradzahlen abkuehlte und das beste, waehrend der Fahrt droehnte ununterbrochen arabische Dudelmusik.

Als dann nach kurzer Nacht endlich der Grenzuebergang erreicht war, war natuerlich auch weit und breit niemand, der ansatzweise Englisch verstand und v.a. auf syrischer Seite auch keinerlei Beschriftung oder sonstige Hinweise, die einem die Formalitaeten erleichtert haetten. Nach einer kurzen Schrecksekunde, in der wir dachten, der Bus waere ohne uns weiter gefahren haben wir aber auch irgendie die Ausreise geschafft. Die Einreise nach Jordanien war zwar immernoch verwirrend genug, aber doch deutlich organisierter und es gab Schilder und englisch sprechende Beamte, die die Sache doch deutlich leichter machten.

Am Ende kamen wir also irgendwie in Amman an. Jordanien erscheint auf den ersten Blick deutlich organisierter. Die Sehenswuerdigkeiten sind besser beschildert, und huebscher umzaeunt usw... Ausserdem war das Wetter heute endlich mal richtig angenehm. Wir hatten strahlend blauen Himmel, viel Sonne und ein wenig erfrischenden Wind, also eigentlich genau so, wie wir uns das auch die letzten Tage gewuenscht haetten.



Als ich dann gerade angefangen habe mich richtig wohl zu fuehlen, musste ich dann feststellen, das ich Superhirn irgendwo in der Stadt meine schoene schwarze Fliesjacke verloren habe. Ich versuche mich nicht darueber zu aergern, aber so ganz gelingt es mir nicht, denn auch wenn der Tag heute sehr angenehm war, nachts ist es schon ganz schoen frisch und in der Wueste wird das ja bestimmt nicht besser. Wahrscheinlich werde ich jetzt morgen irgendeinen doofen "I love Jordan" Pulli kaufen muessen. Mal sehen.

Immerhin scheint unser Hotel sehr schoen zu sein. Zumindest ist der Duschvorhang lang genug und wir haben sogar wieder einen Balkon, auf dem wir Waesche trocknen koennen. Ein huebsches Lokal mit lecker Essen und angenehmer Atmosphaere haben wir auch schon gefunden. Also scheinen die naechsten Tage in Amman gerettet.

So. Wenn man den Eintrag davor mit einbezieht, habe ich fuer heute definitiv genug Output produziert.

Deshalb Chatrak aus Jordanien

Keine Kommentare: