23 Mai 2009

Richtzeit

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So, heute war es soweit.Am 22. März schnürte ich zum ersten Mal die Laufschuhe und heute, 9 Wochen später lief ich mein erstes Rennen. Da sollte sich zeigen, ob sich das strikte trainieren nach Trainingsplan gelohnt hat, ob die 3 Trainingseinheiten pro Woche, die gut 200 Trainingskilometer, die semi-professionelle Ausrüstung und die Sportlerernährung Früchte tragen.

Heute war also der Lauf. Wie berichtet gewann ich bei Achim Achilles die Teilnahme am Münchner Kindl Lauf.

Zum Tages- und Rennverlauf. Da es mit dem MVV tatsächlich ziemlich kompliziert ist von Giesing aus zum Start an der Gaststätte Hirschau im Englischen Garten zu gelangen (es dauert knapp 50 min, doppelt solange wie mit dem Fahrrad) entschloss ich mich mein frisch repariertes Fahrrad aus dem Keller zu holen und hinzuradeln. Das sollte gleich noch als lockeres Aufwärmprogramm dienen. Es war auch recht entspannt, zumindest bis ich irgendwann im Englischen Garten die Orientierung verlor und die Startzeit immer näher rückte. Nachfragen zeigte, dass ich mich doch noch auf dem richtigen Weg befand und ich kam auch noch rechtzeitig an, um meine Startnummer in Empfang zu nehmen und pünktlich eine halbe Stunde vor dem Start meinen Energieriegel zu essen.

Der Start war nett. Für einen Stadtlauf in München hielt sich die Teilnehmerzahl, denke ich zumindest, relativ in Grenzen, so dass das Gedränge relativ überschaubar blieb. Ich kam gut weg, fühlte mich gut, und habe, obwohl die Versuchung groß war, nicht überzogen, sondern bin zügig aber kontrolliert losgelaufen. Die ersten beiden km lief ich konstant in einer Zeit von jeweil 4:50 min. Das war in Ordnung, ließ aber definitiv keinen Platz nach unten, denn das Minimalziel war unter 25 min zu bleiben und das bedeutet nun mal im Schnitt den km unter 5 min zu laufen. Den Tipp von Kollegen und Freunden "such dir ein hübsches Mädel mit einem hübschen Hintern zum Hinterherlaufen" konnte ich leider nicht umsetzten. Als die Startwirrungen vorbei waren, war die einzige Frau in meiner Umgebung zu alt, zu blond, zu groß und ihr Hintern definitiv zu flach. Immerhin waren sie und ein Typ im blauen T-Shirt gute Tempomacher auf den ersten beiden Runden.

Die dritte Runde war dann der große Schwachpunkt im Rennen. Obwohl es sich gar nicht unbedingt langsamer anfühlte, sagte der Blick auf die Pulsuhr nach Kilometer 3 genau 15 min. Das hieß also 5:20 min für der letzten km und das Minimalziel geriet in Gefahr. Ich musste mich also von meinen Tempomachern trennen und versuchte wieder einen Zahn zuzulegen. Und es gelang. 4:55 min für den vorletzten km und der schnellste km war dann mit 4:30 min tatsächlich der letzte. Am Ende absolvierte ich die 5 km in akzeptablen 24:25 min, mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 175.

Damit war ich übrigens 28. von 113 Finishern im 5 km Rennen. Also oberes Quartil, was ich sehr gut finde. Der Sieger lief allerdings unter 18 Min, also deutlich schneller. Entscheidend für die gute Platzierung dürfte im Übrigen auch sein, dass die guten Läufer sich mit der mickrigen Distanz erst gar nicht abgeben und gleich 10 km laufen. Der Sieger hier kam auch schon nach 37 min ins Ziel.

Fazit: War da noch Luft nach oben? Definitiv in der Mitte des Rennens, die 30 Sekunden hätten nicht auf der Strecke bleiben dürfen. Ansonsten eher wenig. Um beim Firmenlauf Ende Juli die 30 Minuten zu knacken (für 6,75 km) muss ich schon noch fleißig weiter trainieren. Aber ich werde die 2 Monate nutzen!

Das Ärgernis des Tages ist übrigens, dass jemand mein Münchner-Kindl-Lauf-T-Shirt mitgehen ließ. Das wäre nicht so schlimm, wenn es das diesjährige baumwollene gewesen wäre. Aber ich hatte, da die Herrengröße S nicht vorhanden war, ein tolles Funktionsshirt mit neutralem Aufdruck aus dem letzten Jahr bekommen. Das hatte ich dann während des Rennens in eine Ecke gelegt, wo es, als ich es abholen wollte natürlich nicht mehr lag. Nun hat mir das Shirt ja nur für eine knappe Stunde gehört, ich habe nichts dafür bezahlt und ich war mir des Risikos ja im Voraus bewußt. Trotzdem schmerzt meiner Schwabenseele der Verlust.

So. Damit beende ich die Berichterstattung vom Münchner Kindl Lauf. Im Hintergrund wird gerade die Nationalhymne gespielt, wie sich das am Ende einer großen Sportveranstaltung gehört. Gut, die Hymne kommt aus dem Fernseher und wird für Horst Köhler gespielt der gerade im ersten Wahlgang wieder zum Bundespräsidenten gewählt wurde, aber trotzdem fand ich's gerade recht passend.

Schönes Restwochenende!

1 Kommentar:

Mary Malloy hat gesagt…

Sehr gut berichtet, tolles Ergebnis. Ich bin fürs Laufen ja absolut untalentiert, du hast also meinen vollen Respekt! :)