14 Dezember 2013

Tag 8: Meet Ali

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Ali ist also unser treuer Begleiter für die nächsten 5 Tage. Mit ihm und seinem blauen Renault werden wir quer durchs Land fahren. Leider spricht Ali nur französisch, was die Konversation zumindest von meiner Seite aus eher einseitig macht. Aber viel spricht er ja eh nicht und zur Not dolmetscht das Frl. ts.
Der erste Halt heute war Touba, die heilige Stadt der Bruderschaft der Mouriden. Der Gründer Amadou Bamba ist im ganzen Senegal auf Bildern und Amuletten allgegenwärtig, die Lehre sehr populär und die Bruderschaft sehr einflussreich. Bamba wurde mal von den Franzosen ins Exil verbannt und der Tag seiner Rückkehr wird jedes Jahr von den Anhängern mit einer großen Wallfahrt zur Moschee in Touba gefeiert. Diese große Party, genannt Grand Mahal, ist nächste Woche und wenn man von den zu erwartenden Menschenmassen hört, ist es ganz gut, dass wir dafür zu früh dran sind. Man sieht aber schon die Vorbereitungen, Zelte, die aufgebaut werden und Matratzenberge, die zum Verkauf aufgeschichtet werden.
Die große Moschee, eine der größten in Schwarzafrika ist gerade mitten im Umbau. Die relativ einfach verzierten Säulen bekommen einen Mantel aus italienischem Marmor spendiert, die Kuppeln, bislang nur angemalt, werden, wenn ich das richtig verstanden habe, mit marokkanischen Schmuckfliesen bekachelt und seit Bambas Sohn 1936 hat jeder Kalif irgendwas angebaut. Der aktuelle scheint der Meinung zu sein, dass 5 Minarette noch nicht reichen und lässt zwei weitere anbauen, angeblich alles durch Spenden finanziert. Das zeigt zweierlei: Zum einen, dass es der Bruderschaft und ihren Führern finanziell sehr gut geht, was auch im Stadtbild gut erkennbar ist, zum anderen, das Religion hier nicht nur Geschichte ist, sondern gelebte Gegenwart. Wo anderen Orts nur noch verwaltet wird, ist hier ein relativ junger Kult kräftig am expandieren.
Moschee von Touba

einer von vielen Gebetsräumen in der Moschee
Die Fahrt an sich verläuft unspektakulär. Die Landschaft ist eher eintönig, weite trockene Steppe mit Bäumen drauf, gelegentlich eine vorbeiziehende Nomadenfamilie, hier und da mal ein kleines oder auch mal ein größeres Dorf, ab und zu auch mal mit afrikanischen Holzhütten, rund, mit Strohdächern. Die Straßen sind bislang noch erfreulich gut, was jedoch auch mit der Bedeutung Toubas zusammenhängen könnte.
Am frühen Nachmittag kamen wir schließlich an unserem Tagesziel an: Kaolack. Die Provinzhauptstadt ist eigentlich gar nicht so klein, das Zentrum kommt einem aber vor wie kleines Dorf. Das ganze wird dominiert von einem riesigen Markt, angeblich dem größten Westafrikas. Nun, groß war er schon. Wir haben allerdings nur eine kleine Erkundungstour gemacht, denn für mehr war es uns einfach zu heiß. Angeblich können wir hier den Pool eines anderen Hotels mitbenutzen. Leider ist dieses aber am anderen Ende des Dorfs und wir haben es noch nicht gefunden.
Alors, bonne nuit et legi legi

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