21 Dezember 2013

Tag 14: on y va - Ende und Fazit

Reaktionen: 
Auch der letzte Tag neigt sich dem Ende zu und im Taxi zum Flughafen lässt es sich vielleicht ein wenig über den Urlaub in Gänze zu sinnieren. Auf jeden Fall aber bleibt Zeit, um noch den letzten Tag mit ein paar Zeilen zu würdigen.
An dieser Stelle muss ausdrücklichst unser Hotel bzw. der wahnsinnig nette Schweitzer Betreiber Christian erwähnt werden. Sicher, es war nicht ausgebucht, trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass wir ohne Aufpreis bis 18h in unserem Zimmer bleiben durften, er uns noch ein Omlette als frühes Abendessen gemacht hat, er uns eine Flasche Wasser für den Weg in die Hand gedrückt hat und er auch sonst immer einfach nett war. Außerdem ist das "Le petit Jura" auch noch sehr schön, das Essen ist gut, und die Lage ist angenehm ruhig. Eine Reiseempfehlung!
Den Tag haben Habibi und ich ruhig verbracht. Ein bisschen Strand, ein wenig Pool und ein paar Schwätzchen mit alten und neuen Bekannten, ein letzter Bisapsaft zu Trommelklängen und Raggaegesang. Nur einer der  neuen war ein wenig anhänglich. Er hat uns letztendlich ein paar Paracetamol aus den Händen geleiert und wollte unbedingt meine emailadresse, damit ich ihm ein Informatikbuch besorge, von dem er schon 4 Bände hat und er unbedingt den fünften braucht. Autor und Titel kannte er aber gerade nicht. Nun gut, lieber "thomas.pau"@web.de, ich hoffe Du verzeihst mir, wenn Du demnächst ein paar senegalesische Mails im Postfach hast.
Und jetzt, wie schon gesagt, sitzen wir also im Taxi zum Flughafen. Und zum Glück können wir fahren, denn auf der Gegenfahrbahn ist ein Stau wie auf der A8 zu Ferienbeginn. Das sind die Pilgerströme , die sich auf den Weg nach Touba machen, zum Gran Magal.
Ich muss sagen, ich gehe mit einer positiven Grundstimmung und bin froh hier gewesen zu sein. Das klingt vermutlich etwas komisch, weil viele der Posts einen eher abschreckenden oder doch zumindest leicht negativen Eindruck hinterlassen haben dürften. Und auch für uns war das die ganze Reise über eher überraschend, hatte ich doch nach den Beschreibungen im Reiseführer immer wieder überzogene Erwartungen, die dann doch auf den ersten Blick nie erfüllt wurden. Die koloniale Perle, die tropischen Mangrovenwälder, die tollen Strände, die an Stonehenge erinnernden Megalithen werden so schön angepriesen, und dann sieht man auf den ersten Blick doch nur den Müll, die Bauruinen, den Staub und die Souvenirverkäufer.
Aber mit der Zeit ändert sich das und andere schöne Erfahrungen nehmen den Platz in den Reiseerinnerungen ein, der sonst den großen Bauwerken und den Postkartenansichten vorbehalten ist. Auch wenn fast alle Gespräche und Begegnungen natürlich einen kommerziellen Hintergrund haben, so sind viele davon doch nett und interessant und man lernt, dass es hier zur Kultur gehört eben nicht nur auf den Boden schauend an seine Mitmenschen vorbei zu laufen, sondern stehen zu bleiben und miteinander zu leben. Zumindest bekommt man den Eindruck. Da Zeit hier auch keine große Rolle zu spielen scheint, ist es auch unmöglich keine Zeit dafür zu haben. Ich kann mir jetzt jedenfalls besser vorstellen, wie schwer es für Afrikaner sein muss sich in Europa einzuleben.
Auch scheinen die Menschen hier allesamt sehr friedlich und tolerant. Religiöser Extremismus scheint hier kein Thema zu sein und ich musste mich auch nie körperlich bedroht fühlen. Nur genervt. Hassling, d.h. solche Verkäufer, die eben einfach kein höfliches nein akzeptieren, gehört leider zum Tourismus im Senegal dazu. Das ist wohl auch in den letzten Monaten nicht weniger geworden, denn seit der Einführung des Touristenvisums ist der Tourismus um knapp 50% eingebrochen. Dass das Leben so für diejenigen, die davon abhängig sind, sehr viel schwieriger und die Verkaufsversuche verzweifelter geworden sind, ist nachvollziehbar.
Nun ja, das sind zumindest für den Moment ein paar meiner Eindrücke.
Jetzt heißt es erstmal legi legi Senegal. À la prochaine. Inschallah!

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